Patrizia Sabrina Prudenzi

 

 Verdammt zur Ewigkeit

Der erste von ihnen

Heinrich von Klorken zu Klorkenburg

XII Jahrhundert * 1163, †?

Der Sprössling einer verarmten Adelsfamilie wird erstmals schriftlich als Überlebender des dritten Kreuzzuges (1189 - 1192) erwähnt. Ungewiss sind die Abstammung und die Ursprungsregion: Manche Quellen erwähnen den nordischen Teil des heutigen Karelien, andere benennen ostprussische Gebiete. Einträge bezüglich einer Familie mit diesem Namen vor dem XII Jahrhundert existieren in keinem Kirchenregister.

Nach seiner Rückkehr aus Palästina war Heinrich von Klorken ein wohlhabender Mann. Er kam in den Besitz großer Ländereien südlich von Königsberg. Heinrich errichtete dort den ersten Trakt der Festung Klorkenburg, die im 18. Jahrhundert zu einem Schloss umgebaut wurde und bis 1945 in Familienbesitz blieb. Er beteiligte sich maßgeblich an der Erschließung des Baltikums seitens des Deutschen Ordens und kämpfte aktiv für die Verbreitung des Christentums.

Aus seiner Ehe mit Katharina von Arnau, aus dem gleichnamigen Dorf, gingen drei Kinder hervor. Der erstgeborene Berolinus erbte das Gut und den Titel. Über die anderen zwei Söhne fehlen jegliche weiteren Verweise.

Heinrich von Klorkens genaues Todesdatum ist nicht bekannt. Letztmalig verwies ein Registereintrag aus dem Jahr 1211 auf ihn, als der Deutsche Orden versuchte, in Ostpreußen einen eigenen Staat zu gründen. In der Feste Klorkenburg sollen seine sterblichen Überreste in einem Sarkophag aus Stein bis 1945 aufbewahrt worden sein.

Das Bild zeigt ein Foto des Sarkophags aus dem Jahr 1930. Gut sichtbar ist die lateinische Inschrift >Aeternus Viator<, der ewige Wanderer, die in das Familienwappen übernommen wurde. Das Grabmal ging 1945 bei der Zerstörung der Burg infolge der Kriegshandlungen verloren.

Auszug aus  Verdammt zur Ewigkeit, Ich komme wieder, Teil I

 

 

 Was bedeutet Drughuls?

Der Name Drughuls hat eine eigene, verschlungene Geschichte.

Der Name dieser Wesen hat sich im Laufe der Zeit geändert. Heute wird der Stamm des Wortes aus Drugie, russisch für der andere, und Ghul, ein menschenfressender Dämon, hergeleitet. Das liefert auch eine plausible Erklärung: Ein Drughul ist eine andere Art eines Menschenfressenden Dämon.

Der tatsächliche Ursprung des Wortes liegt aber ganz woanders: Es stammt wahrscheinlich aus dem altnordischen Draugr oder norwegischen Draug, eine besondere Art von Untoten der germanischen Mythologie. Den alten Legenden nach wachten diese Wesen nach der Beisetzung in ihren Gräbern auf und konnten sich nur unterirdisch bewegen, sie hatten übermenschliche Kräfte und waren unverwundbar. Außerdem hatten sie magische Kräfte, sie konnten zum Beispiel in die Zukunft sehen. In der nordischen und isländischen Sagenwelt ist oft von ihnen die Rede.

Zu diesem Begriff wurde der altpreußische Begriff Gals oder Golis angehängt, der tot bedeutet. Der ursprüngliche Name war also Draugrgals, aber wahrscheinlicher ist Drauggals oder Drauggolis. Im Laufen der Zeit verlor sich der Buchstabe A und das doppelte G. Der Name war Drugals oder Drugolis, was wiederum zu Druguls wurde. Die Schreibweise änderte sich im 19. Jahrhundert zu Drughuls. Dazu gibt es zuverlässige schriftliche Quellen.

Drughuls hört sich heute wie Englisch an, man redet von einem Drughul und von mehreren Drughuls, wobei die richtige Mehrzahl Drugulsar wäre. Das S kommt diesmal aus dem Preußischen.

Aber was soll´s. Sprachen ändern sich nun mal mit der Zeit.

 

Auszug aus  Verdammt zur Ewigkeit, Ick komme wieder, Teil III